Geplanter Basaltabbau auf dem Langacker war Thema

Bürger betrachten Abbau mit kritischem Blick


Plaidt. Bei einem freien Diskussionsabend und im Rahmen der katholischen Erwachsenen Bildung, diskutierte die Kolpingfamilie Plaidt über den geplanten Basaltabbau auf dem Langacker, der zurzeit in vieler Munde, nicht nur der Plaidter ist.

Um was geht es überhaupt? Die Rheinische Basalt- und Lavawerke GmbH & Co OHG beabsichtigen zur Versorgung der Region und zum Fortbestehen ihrer Firma und mit Basaltlavaprodukten auf dem genannten Gebiet einen Lavastrom aus den östlich liegenden Vulkanen abzubauen. Der Standort wurde schon im Jahre 2002 als geeignet von der zuständigen Behörde ausgewiesen. Fakt ist, dass nach einer Vorbereitungszeit von etwa 3 Jahren, der Abbau sich über einen Zeitraum von etwa 30 Jahren erstrecken wird und die Abbaufläche etwa 50 ha beträgt. Wie bekannt ist, soll das Abbaugebiet durch einen Erdwall umgeben und über eine Straße in Höhe der Einfahrt der Kreismülldeponie angeschlossen werden. Mit einer Mehrbelastung der L 117 mit etwa 200 LKW je Tag ist zu rechnen. Hinzu addiert sich der steigende Verkehr auf dieser Strecke. Bei Sprengungen soll die L 117 gesperrt werden wobei mit einem Verkehrsstau zu rechnen ist. Die Betriebszeit / Arbeitszeit für etwa 15 Personen wird voraussichtlich von früh morgens bis spät abends sein. Alle Betriebsanlagen (Brech- und Siebanlagen, Lager, Büro, Sozialräume) befinden sich in dem Abbaugebiet. Um geologisch unterrichtet zu sein, werden Messstationen in der Umgebung eingerichtet.

Die Windverhältnisse, etwa 75% von Westen, sind den Plaidtern wohl bekannt. Sollte es zu Staubentwicklung kommen, wird sicher ein Teil nach Plaidt getragen. Hier liegt es an dem Unternehmen Sorge dafür zu tragen, dass das nicht vorkommt. Ebenso wird man nicht umhin kommen, die Sprengungen so zu bemessen, dass keine Schäden an der Umgebung entstehen. Man denke nur an die Mülldeponie und die Burg Wernerseck.

Seit der Römerzeit wurden die vulkanischen Produkte abgebaut und verhandelt. Über 60 % der Bundesrepublik wurde nach dem zweiten Weltkrieg mit Bimssteinen aus dem Neuwieder Becken wieder errichtet; nun kommt nach dem Abbau der Plaidter Hummerichs der große Abbau Langacker dazu. Es ist doch sehr verständlich wenn die Bürger mit kritischem Blick den Abbau betrachteh. Man sollte allerdings nicht die Augen verschließen für den tatsächlichen Bedarf in der Bundesrepublik, denn ohne Rohstoffe kann der Mensch nicht leben. Im Laufe seines Lebens (70 Lebensjahre) entfallen auf jeden Deutschen etwa 800 Tonnen Sand, Kies, Steine, Dolomitsteine, usw. Sie finden Verwendung im Öffentlichen Hoch- und Tiefbau mit 56 %, im gewerblichen Bau mit 30 % und im Wohnungsbau 14 %.

Unverzichtbar erscheint es der Kolpingsfamilie Plaidt festzustellen, dass es am Ende zu einer Renaturierung in dem betroffenen Gebiet kommt und Flora und Fauna sich wieder entwickeln kann. Ebenso soll jetzt der größtmögliche Abstand zu dem Naturschutzgebiet Nettetal eingehalten werden.

Pressemitteilung der Kolpingfamilie Plaidt

Blick aktuell Andernacher Stadtzeitung 16 / 2005

Mittwoch den 20.04.2005