Abbau spaltet Meinungen

Im Verfahren um den Basaltabbau " Langacker " ist jetzt die Öffentlichkeit gefragt - Es gibt Bedenken


Das Projekt "Tagebau Langacker" nimmt Formen an . Knapp einen Kilometer nördlich von Ochtendung soll auf einer Fläche von 50 Hektar Basaltlava abgebaut werden . Die Rheinischen provinzial Basalt und Lavawerke gehen davon aus , dass dieser Abbau rund 30 Jahre dauern wird . Im Augenblick wird geprüft , welche Auswirkungen das Projekt unter anderem auf den Natur- und Umweltschutz haben könnte . Bedenken gegen den Abbau kommen auch von Seiten einer Bürgerinitiative und der Gemeinde Ochtendung .

Ochtendung . Es soll eines der größten Basaltabbaugebiete in der Region werden und hält die Bürger schon lange in Atem :der Tagebau " Langacker " Das Genehmigungsprozedere rund um das Basaltabbaugebiet geht jetzt in die nächste Runde.

In einem sogenannten Planfeststellungsverfahren werden nun die die zuständigen Fachbehörden ihre Meinungen und Bedenken zu dem Vorhaben äußern .Und auch die Bürger sind noch bis zum 28.März dazu aufgefordert , ihre Einwände bezüglich des Tagebaus bei Ochtendung geltend zu machen . Diese Anmerkungen könnten dann als Bedingungen oder Auflagen in den Beschluss eingearbeitet werden.

Bedenken gegen das Vorhaben kommen von verschiedenen Seiten . Allen voran steht die Bürgerinitiative Nettetal ( BI ). Set 2002 setzen sich die rund 200 Mitglieder der Initiative für den Schutz der Natur im Bereich des Nettetals ein . Für sie ist nach wie vor der Abstand zwischen dem geplanten Abbaugebiet und dem Naturschutzgebiet Nettetal ein zentrales Thema . "Je weiter weg die Grenze liegt , desto geringer sind die Beeinträchtigungen für das Nettetal . Wir denken da vor allem an Erschütterungen durch Sprengungen , Lärm und Staub " , erklärt die Vorsitzende Annette Lehnigk-Emden . Die Initiative fordert einen Mindestabstand vo 60 Metern zum angrenzenden Nettetal , im zur Diskussion stehenden Plan ist die Grenze jedoch nur 5 Meter von dem Naturschutzgebiet entfernt .Auch die Gemeinde Ochtendung meldet diesbezüglich Bedenken an : "Das Vorhaben löst im allgemeinen bei uns keine großen Begeisterungsstürme aus " , so Bürgermeister Reinhard Theisen . Die Gemeinde hat nun einen Rechtsanwalt beauftragt , um ihre Interessen zu vertreten .

" Uns liegen bezüglich des Abstandes genaue Untersuchungen vor " erklärt der Leiter der Abteilung Bergbau am Landesamt , Stefan Woitschützke . Die 30 Meter seien seinerzeit zwar in den Raum geworfen worden , einen fundierten Grund habe es dafür aber nicht gegeben . Im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens habe man genau geprüft , wie weit man an das Naturschutzgebiet heranrücken könne , ohne dass beispielsweise den Bäumen buchstäblich das Wasser abgegraben werde . "Bei einem Abstand von 5 Metern gibt es keine Beeinträchtigungen ", so Woitschützke , weist jedoch darauf hin , dass noch nichts genehmigt sei ." Alle Einwendungen werden noch erörtert ."

Auch bei der Firma Johann Weiler GmbH & Co.KG in Ochtendung , die den Abbau vornehmen will , hält man die Bedenken der Bürgerinitiative für unbegründet . "Wir tun dem Nettetal nichts ", sagt Geschäftsführer Johannes Weiler und verweist auf die Untersuchungen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens ." Die Ingenierbüros , die da beteiligt waren sind ja schließlich unabhängig ." Dagegen seien die Argumente der BI eher emotionaler statt sachlicher Natur .

Weiler sieht darüberhinaus in der geplanten Abbaufläche auch einen Vorteil für das Gebiet . "Von dem Acker , der jetzt dort ist , profitiert das Nettetal nicht, da ist die Grube mit ihrer Steilwand ein besseres Biotop ." Nicht tiefer als das Netteniveau , also im Durchschnitt 8 bis 9 Meter , wolle man den Basalt abbauen , erklärt Weiler .

" Wir sind keine Fundamentalisten ", sagt die Vorsitzende der Bürgerinitiative . " Schließlich ist unsere Region mit den Bodenschätzen groß geworden ." Man sei jedoch angetreten , um bestimmte Lebensräume zu erhalten und werde dies auch weiter tun .

Am Samstag , 19.März ; organisiert die BI eine Demonstration , an der sich jeder beteiligen kann . Um 15 Uhr geht es vom Reiffeisenplatz zum Langacker .

Sabine Cibura

Ochtendung am 11.3.2005