Leserbriefe


Leserbrief Rheinzeitung vom Samstag 2.1.2010

„Ausverkauf geht weiter"

Der Leserbrief „Basaltabbau ist verboten" nimmt ein weiterer Leser zum Anlass, sich zum geplanten Basaltabbau zwischen Plaidt und Ochtendungzu äußern.
Der Plaidter Hummerich war mit seinem kreisrunden Gipfelkrater ein einmaliges Naturdenkmal weit über unsere Region hinaus. Der damalige Koblenzer Regierungspräsident ließ es vor etwa 35 Jahren gegen das Votum seiner empörten Fachreferenten geschehen, dass der Hummerich abgebaut wird. Verwaltung und Justiz fahren offenbar immer noch mit dem Ausverkauf erdgeschichtlicher Denkmale der Eifellandschaft zugunsten von Auto und Straßenbau fort.


Dr. Günter Jens, Udenhausen

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Leserbrief Rheinzeitung vom Dienstag 29.12.2009

"Nie ordentlich geprüft"

In Ochtendung wird der Abbau von Basaltlava im Tagebau möglich. Dies hat das Verwaltungsgericht Koblenz festgestellt.
Immer wieder frappierend, wie die Umwelt zerstörenden Abbaufirmen zum Beispiel hier mit 15 neuen Arbeitsplätzen argumentieren, und dies wohl kritiklos geglaubt wird.
Bei insgesamt eher rückläufiger Nachfrage nach den Lavaprodukten kann es sich im günstigsten Fall lediglich um die Verlagerung von
Arbeitsplätzen handeln, wenn überhaupt. Leider werden solche Behauptungen nie ordentlich geprüft.
Außerdem wird der Direktor des Landesamtes Geologie und Bergbau zitiert, der meint, dass die Ochtendunger die Sprengungen nicht spüren werden. Bemerkenswert, wie nur einen Tag zuvor die Rhein-Zeitung über die Sprengungen in Mendig berichtet, die sich fast wie Erdbeben anfühlen.


Klaus Neuhaus-Wever, Ochtendung

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Leserbrief Rheinzeitung vom Dienstag 29.12.2009

„Basaltabbau ist verboten"

Streit um Basaltabbau bei Ochtendung: Die Gemeinde Ochtendung, der Naturschutzverband BUND und die Eigentümerin eines Hotels am Rande des geplanten Abbaugebiets „Langacker" haben gegen das Vorhaben geklagt. Doch das Verwaltungsgericht in Koblenz wies alle drei Klagen ab.


Vor sieben Jahren wurde der Basaltabbau innerhalb der traditionell durch die Rechtsverordnung vom 20. März 1939 geschützten Ochtendunger Vulkankette einschließlich des bisher landwirtschaftlich genutzten Basaltlavastroms im Gebiet „Langacker" durch die Abbaufirma RPBL beantragt. Diese vorkonstitutionelle Verordnung wurde nicht auf rheinland-pfälzisches Landespflegerecht seit 1973 übergeleitet. Sie ist somit auch heute noch in Kraft. Laut den Bestimmungen des Paragrafen 2 der Verordnung ist und bleibt darum unter anderem „die Errichtung oder der Weiterbetrieb von Steinbrüchen" verboten.
Das beabsichtigte Abbaugebiet liegt inmitten der beiden Naturschutzgebiete „Michelberg" (seit 1978 durch Rechtsüberleitung im Schutzstatus aufgewertet) und „Nettetal" (1986 im Schutzstatus ebenso aufgewertet). Die beiden Schutzgebiete liegen sich in einem Abstand von circa 1500 Metern gegenüber.

Schon vor 40 Jahren wurde im "Landschaftsplan Vulkaneifel" (das sogenannte Falke-Gutachten) von wissenschaftlicher Seite empfohlen, Naturschutzgebiete durch einen 500 bis 800 Meter breiten Land-
schaftsgürtel abzuschirmen - aus ökologischen Gründen versteht sich. Genau diese Funktion gewährleistet das Gebiet „Langacker" gemäß der nach wie vor rechtskräftigen Verordnung vom März 1939. Demnach lässt sich die richterliche Entscheidung des Verwaltungsgerichts Koblenz weder objektiv noch rechtlich mit dieser Verordnung vereinbaren.
Hinzu kommt noch, dass in unmittelbarer Nähe die auf einem Schleifenberg des unteren Nettetals gelegene Burgruine Wernerseck als besonders schätzenswertes Kulturdenkmal durch die Unesco völkerrechtlich anerkannt wurde. Auch dieser Schutz würde durch den Basaltabbau in einem nicht unerheblichen Ausmaß entwertet.
Ungeklärte Rechtsprobleme – wie hier angedeutet –rechtfertigen es, dass die Gemeinde Ochtendung, der Naturschutzverband BUND und andere gegen die fragliche Gerichtsentscheidung – im Interesse einer Vielzahl betroffener Menschen – Widerspruch erheben. Denn das Gebiet ist auch als Seitental durch die Rheintal-Schutzverordnung vom 18.Mai 1953 unter Schutz gestellt.

Holger Straube, Koblenz

 

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"Sehe Basaltabbau kritisch"


Das Landesamt, für Geologie und Bergbau hat grünes Licht für einen möglichen Basaltabbau im Bereich Langacker in Ochtendung gegeben.

Ein Weihnachtsgeschenk, das wenig Freude und Begeisterung auslöst, fanden die Ochtendunger jetzt auf ihrem Gabentisch vor. Mitten hinein in die besinnliche Zeit schenkte das Landesamt für Geologie und Bergbau, (LGB) den Ochtendungern den Planfeststellungsbeschluss für den "Basalttageabbau Langacker". Nun, ein Geschenk ist es wohl eher für das beantragende Unternehmen. Die Ortsgemeinde Ochtendung und ihre Bürgerinnen und Bürger konnten nur staunen, dass nach einem Prüfungszeitraum von rund vier Jahren das "Geschenk" pünktlich zu Weihnachten ausgehändigt wird.


Da kann man ja fast schon vermuten, dass sich das LGB die "ruhigen und besinnlichen Tage" zunutze machen wollte, damit der ein oder andere "kritische Geist" bei milder Atmosphäre vergisst, seine Einwände gegen das Vorhaben zu äußern. Aber weit gefehlt, mit einer derartigen Herangehensweise erreicht man bekanntermaßen das Gegenteil.


Die Ortsgemeinde sieht sich durch das Abbauvorhaben in ihren Rechten verletzt und in ihren Entwicklungsperspektiven beeinträchtigt. Ganz zu schweigen von dem Landschaftseingriff, den Auswirkungen auf das Naherholungs- und Naturschutzgebiet Nettetal, die Anwohnerschaft im Bereich Heselermühle, Keltershäuserhof, Burgblick, Bergfrieden. Und es mutet schon paradox und äußerst fragwürdig an, wenn in dem rund 140 Seiten umfassenden Planfeststellungs-beschluss davon gesprochen wird, dass die zum Nettetal hin entstehende etwa 1400 Meter lange Felssteilwand einen idealen Brut und Lebensraum für den heimischen Uhu bietet, als wenn es hier um die Schaffung eines Biotops- oder eines Freizeitparks ginge. Fehlt noch, dass man ergänzt, dass hier ein Freizeitangebot für Alpinisten geschaffen werden soll.


In der Vergangenheit war ich der Ansicht, dass man ein solches Vorhaben kritisch-konstruktiv betrachten müsse, weil mir von Fachleuten immer wieder verdeutlicht worden ist, dass sich das Vorhaben ohnehin nicht verhindern lasse. Nach Vorlage dieses Weihnachtsgeschenks in Form des Planfeststellungsbeschlusses sehe ich das Abbauvorhaben nur noch kritisch. Nicht umsonst hat der Ortsgemeinderat entschieden, gegen den Planfeststellungsbeschluss zu klagen.


Es ist schon erschreckend, mit welcher Leichtfertigkeit sich das LGB als planfeststellende Behörde über die Bedenken der Ortsgemeinden Ochtendung und Plaidt im Verfahren hin-wegsetzt.


Den Ochtendunger und den Plaidter Bürgerinnen und Bürgern bleibt wohl nur, die Weihnachtsgrüße des LGB in den nächsten Tagen zahlreich zu erwidern und damit ihrem Unmut über das Vorgehen Ausdruck zu verleihen.

Reinhard Theisen, Ortsbürgermeister der Gemeinde Ochtendung

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"Äußerungen sind zweifelhaft"


Zum geplanten Basalttagebau "Langacker" bei Ochtendung schreibt diese Leserin.

Die überaus sachliche und fundierte Vorgehensweise der Bürgerinitiative Nettetal wurde bereits von mehreren Stellen als vorbildlich bewertet. Die BI will objektive, begründete und gesicherte Argumente ohne Schwarzfärberei vortragen. Entgegen den Aussagen des Herrn Weiler soll das Gelände um bis zu 25 Meter abgesenkt werden. Kennt Herr Weiler seinen eigenen Antrag nicht??Gleichfalls zeugt die Aussage, das Nettetal profitiere von dem Acker nicht, von absoluter Fehleinschätzung der Sachlage. Hier werden, im Falle der Genehmigung des Abbaus, erweiterte Lebensräume und Jagdreviere der im Nettetal wohnenden Tierarten vernichtet. Die vorliegenden Gutachten sollen eindeutig beweisen, dass das Naturschutzgebiet keinen Schaden erleide. Dies ist leider nicht der Fall. Die BI hat diese Gutachten prüfen und bewerten lassen, es gibt keine ausreichende Begründung für einen nur fünf bis zehn Meter betragenden Abstand zwischen Tagebau und Naturschutzgebiet. Mit diesen Bewertungen steht die BI nicht alleine ! Die Äußerungen, das Naturschutzgebiet werde nicht angetastet, sind äußerst zweifelhaft. Mir stellt sich die Frage: Wollen wir in Ochtendung die Ausbeutung der Landschaft zugunsten wirtschaftlicher Interessen weiterhin hinnehmen und unser letztes Naherholungsgebiet so gefährden?

Annette Lehnigk-Emden, Vorsitzende BI Nettetal e.V.

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"In Erklärungsnot geraten"


Seit Juli 2002 setzt sich die BI Nettetal für die Einrichtung eines Sicherheitsabstandes zwischen dem geplanten Basalttageabbau "Langacker" und dem NSG "Nettetal" ein. Der Unternehmer Johannes Weiler unterstellt in dem RZ-Artikel der BI lediglich emotionale statt sachlicher Beweggründe für ihr Engagement.

Was ist Sache? Im Falle "Langacker" handelt es sich um eines der größten Abbauvorhaben in der Pellenz, Die RPBL rechnet mit einem Basaltvolumen von

8 000 000 Kubikmeter, das entspricht etwa 20 000 000 Tonnen. Fakt ist auch: Der Tagebau grenzt unmittelbar auf einer Länge von 1,5 Kilometern an das Natur-und Vogelschutzgebiet " Nettetal ". Darüber hinaus hat das Nettetal den Status eines FFHGebietes (Fauna-Flora-Habitat), das wegen seiner ökologischen Vielfalt und als charakteristisches Biotop unter dem besonderen Schutz der EM steht.

Auf den Punkt gebracht; Das gesamte Konfliktpotenzial liegt also im Wesentlichen in der unmittelbaren Angrenzung des Abbaubetriebes zum NSG und nicht in dem Abbau als solchem. Wenn an solchen riesigen Rohstoffvorkommen direkt neben NSG erschlossen wird, ist es schlechterdings nicht möglich, dass der noch geschätzte Lebensraum nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Gravierende Veränderungen im Naturhaushalt sind programmiert. Die Auswirkungen des Maschinen- und Verkehrslärms, die Staubemissionen sowie die jahrelange Sprengungen auf die Tier-und Pflanzenwelt spielen in den Planungen der RPBL wie auch in den Gutachten zur Umweltverträglichkeit so gut wie keine Rolle. Vielmehr werden die entstehenden Emissionen verniedlicht. Die BI Nettetal hat die Qualität der Gutachten von verschiedenen Fachleuten überprüfen lassen mit diesen gutachterlichen Ergebnissen. Dies wird Gegenstand der Einwendungen der BI sein. Als Naherholungsgebiet wird das Nettetal für Jahrzehnte seine Funktion verlieren.Aus den dargelegten Gründen lautet die zentrale Forderung der BI :Richtet zum Schutz des Nettetals eine Pufferzone von 30 bis 50 Metern ein! Die Äusserungen von Herrn Weiler deuten darauf hin , dass die RPBL in einer gewissen Erklärungsnot ist . Übrigens Engagement für unsere gefärdete Natur setzt eine emotionale Einstellung voraus , bleibt aber nicht darauf beschränkt .

Kart Görres, Ochtendung

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"In keinem Verhältnis"

Jeder interessierte Bürger kann durch eine Besichtigung des jetzigen Abbaubetriebes am Hummerich, Tönchesberg, Eiterköpfe, Wannenköpfe, Langenberg im Umfeld eines Radius von etwa zwei Kilometern um die Burg Wernerseck exemplarisch einen persönlichen Eindruck davon gewinnen, wie das einzige noch intakte Naturschutzgebiet Nettetal nach dem Abbau von einer Fläche von etwa 40 Hektar Basalt - dies entspricht der Größe von etwa 100 Fußballfeldern - zukünftig aussehen könnte. Durch eine Begehung der Burgruine Wernerseck ergibt sich momentan noch ein imposanter Eindruck über das Naturschutzgebiet Nettetal, das durch diesen Abbau unwiderbringlich für alle nachwachsenden Generationen verloren wäre.Das ökonomische Argument für die eventuell entstehenden zehn, bis 15 Arbeitsplätze steht in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Fakten, die dadurch geschaffen werden.


Hans-Josef Wilhelmy, Ptald

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Klaus Westphaten, Bermel übernommen aus Rheinzeitungvom 6.05.2005

"Basaltabbau ein Störfaktor"

In Artikel 20 a des Grundgesetzes heißt es unter anderem: "Der Staat schÜtzt auch in Verantwortung für künftige Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen... ' Da es noch genug tätige Basaltabbaustätten gibt, muss Sparsamkeit im Umgang mit diesen Rohstoffen aus der Verpflichtung dieses Artikels des Grundgesetzes Grundlage jeder behördlichen Beurteilung sein. Hinzu kommt, dass ein Basaltabbau mit dem dadurch entstehenden Loch in den gewaltigen Dimensionen wie beantragt das Landschaftsbild schädigt, damit auch den Tourismus beeinträchtigen dÜrfte. Dazu kommen die zu erwartenden erheblichen Verkehrsstörungen durch die großen Lkw, keine Augenweide für Touristen, ein Martyrium für Pendler.
Die vor sich hin träumende Märchenburg Wemerseck,
nahe der beantragten Abbaustelle gelegen, dürfte zuerst einmal in ihrer Substanz durch die Sprengungen gefährdet sein, anstatt eine Attraktion in der Kette der Sehenswürdigkeiten unserer geschichtsträchtigen Region zu werden.
Tourismus als bedeutender Wirtschaftsfaktor bietet noch Wachstum an, wichtig für die Region RheinMosel-Eifel. Ein Störfaktor, wie der ökologisch unsinnige Basaltabbau für mindestens 30 Jahre, ist kontraprÖduktiv zu den Bemühungen um Erhalt und Mehrung von Arbeitsplätzen in der Tourismusbranche, wohingegen der mechanisierte Basaltabbau nur wenige Arbeitsplätze benötigt, wohl aber Chancen für vorhandene und weitere Arbeitsplätze mindem dürfte.
Unter Bezug auf den oben angeführten Artikel des Grundgesetzes halte ich eine Genehmigung des Vorhabens dem Sinne nach für verfassungswidrig.

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