Wird bald gesprengt ?

 

Tagebau Ochtendung :Entscheidung in Kürze

 

Die St. Johanner haben ihn bereits hinter sich, die Nickenicher fechten ihn gerade aus, doch den Ochtendungern steht er wohl erst noch richtig bevor: In allen drei Gemeinden ist mit den Bergbauaktivitäten der Rheinischen Provinzial Basalt-und Lavawerke (RPBL) Streit verbunden, Schließlich fürchten und beklagen in allen drei Orten die Bürger gravierende Folgen für Eigentum und Natur. Das Genehmigungsverfahren für die Arbeiten in Ochtendung läuft schon seit langer Zeit doch jetzt kommt offenbar Bewegung In die Angelegenheit.

OCHTENDUNG. Noch in diesem Jahr soll die Entscheidung fallen, ob die Rheinischen Provinzial Basalt- und Lavawerke (RPBL) im Bereich Langacker in Ochtendung einen Basaltlavatagebau betreiben dürfen. Das erklärte der Leiter des Landesamtes für Geologie und Bergbau, Prof. Dr. Harald Ehses, auf RZAnfrage. Wegen der noch laufenden Prüfung wollte er sich nicht weiter äußern.


Sollte das Amt die. Genehmigung erteilen, würden die Befürchtungen der bereits im Juli 2002 gegründeten Bürgerinitiative (BI) Nettetal eintreten. Der Hauptstreitpunkt ist nach wie vor, wie weit der geplante Abbau überhaupt an das Naturschutz- und FFH Gebiet (Flora, Fauna, Habitat) Nettetal rücken darf. Wie die BI-Vorsitzende Annette Lehnigk-Emden im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert, gibt es in diesem Gebiet viele geschützte Tier- und Pflanzenarten. Doch die Auswirkungen der Sprengungen, die in dem Tagebau nötig sind, "sind nie detailliert von der Firma untersucht worden" , moniert sie. Zudem würden die Antragsunterlagen der RPBL vom Amt für Bergbau und Geologie nicht ausführlich genug geprüft. "Hier gibt es einen Systemfehler", kritisiert die Vorsitzende. "Auf der einen Seite soll die Behörde den Bergbau fördern, auf der anderen aber auch die Aufsicht ausüben. Das passt nicht zusammen.


In Ochtendung gab es in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Infoveranstaltungen und Demonstrationen gegen die Art des geplanten Abbaus. Da sich das Genehmigungsverfahren aber schon über Jahre hinzieht, fällt es der BI nicht ganz leicht;; "die Leute weiter bei der Stange zu halten",bedauert LehnigkEmden. "Sie haben den Eindruck, es tue sich nichts, ihr Engagement sei nicht mehr nötig. Ihnen ist leider nicht so bewusst, dass es hier schon ganz bald losgehen kann. "


Die BI Vorsitzende betont, dass sie sowie die Initiative nicht generell gegen den Abbau sind. Wofür sie allerdings keinerlei Verständnis haben ist, dass er unbedingt in diesem Gebiet, ganz in der Nähe von Burg Wernerseck sowie der Mülldeponie, angesiedelt werden muss. "In dieser ohnehin leider bereits ausgeräumten Landschaft sollte das Naturschutzgebiet unangetastet bleiben", fordert Lehnigk-Emden. "Die summierende Wirkung, der Deponie und der übrigen Abbaugebiete in unserer Region bleibt gänzlich unberücksichtigt.


Die RPBL seien zwar stets sehr kooperativ und offen für Gespräche, ließen aber nicht mit sich reden, um wenigstens eine angemessene Pufferzone zum Naturschutzgebiet einzurichten. Die Vorsitzende der Bürgerinitiative denkt bereits mit Schrecken an die möglichen Auswirkungen der geplanten Sprengungen für die Menschen, Tiere und Pflanzen. Die RPBL die ihren Sitz in Sinzig haben, wollten sich auf Anfrage der Rhein-Zeitung wegen des. derzeit noch laufenden Verfahrens nicht zu ihrem geplanten Ochtendunger Basaltlavatagebau äußern.

Christian Kirstges in der RheinZeitung vom 23.10.2008