Projekt: Basaltabbau startet im Frühjahr

Von unserem Mitarbeiter Heinz Israel
Ochtendung. Der Bau der Aufbereitungsanlagen zum Basalttagebau „Langacker" macht große
Fortschritte.

Die stationäre Brech und Klassieranlage ist zu 80 Prozent fertiggestellt. Mitten in den Arbeiten wird es jetzt erneut spannend: Nachdem es bereits kleinere Sprengungen auf dem Areal gegeben hatte (die RZ berichtete), stehen nun größere an. Die erste erfolgt am Mittwoch, 16. Oktober.

Die kleineren Flächensprengungen waren erforderlich, als die Rheinischen Provinzial Basalt- und Lavawerke (RPBL) den Abraum über den Basaltvorkommen großflächig abgetragen hat. Diese Sprengungen waren akustisch allerdings nicht wahrnehmbar. Nun werden größere Einsätze nötig. Ab Mittwoch können regelmäßig wöchentliche Sprengungen montags bis freitags zwischen 10 und 12 oder 13 bis 15 Uhr stattfinden. Die Bürgerinitiative Nettetal (BI) wird die Sprengtermine auf ihrer Internetseite veröffentlichen.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Abbauunternehmen und der BI funktioniert hervorragend, wie die Vorsitzende Annette Lehnigk-Emden betont. Das zwischen der RPBL und der BI vereinbarte Monitoring verlaufe völlig transparent und offen. Auch der größte Teil der betroffenen Anwohner aus dem Bereich „Im Bergfrieden" und „Krufter Weg" in der Ortslage von Ochtendung sehe dem Abbau inzwischen gelassen entgegen. Das hat seinen Grund: Bei allen infrage kommenden Gebäuden habe man den derzeitigen Stand festgehalten und bei ausgesuchten Gebäuden ein Rissmonitoring vorgesehen. Dadurch können Veränderungendes Ursprungszustands nachgewiesen werden. Zudem werden bei den Sprengungen an fünf Standorten Sprengerschütterungsmessgeräte aufgestellt.

Die offizielle Eröffnung der Abbauanlagen ist im Frühjahr 2014 möglich. Thomas Blau, RPBL-Geschäftsführer erklärt; „Wir haben den Abbaubeginn für die Monate März/April eingeplant." Die Bauarbeiten liegen voll im Zeitplan. Der Stahlbau steht bereits komplett. Von der Kapelle an den „Drei Kreuzen" nahe der L 117 sind die mächtigen Silos bereits sichtbar. Die Aufbauten werden bald eingehaust. Die aufgeschütteten Halden ums Betriebsgelände herum werden mit heimischen Gehölzen bepflanzt - so sieht es ein Kultivierungsplan vor. Das Abbaugebiet wird über eine gesonderte Linksabbiegespur auf der L 117 erschlossen. Laut Plan gehören zum Bauvorhaben auch die Errichtung eines Werkstattgebäudes mit Büro- und Sozialräumen sowie einer Betriebstankstelle. Das komplette Betriebsgelände wurde inzwischen eingezäunt.

Durch die Initiative der BI wurde die Einrichtung einer flexiblen Pufferzone zwischen der Abbaukante und dem NSG-Nettetal erreicht; das heißt ein Abstand zum NSG am alten Steinbruch, Wiese/ Weide und im Norden zu alten Gehölzbeständen bis zu 50 Meter. Ansonsten gilt ein Mindestabstand der Abbaukante zum NSG-Nettetal von durchschnittlich 13 Meter.

Überwachung der Häuser und Gehöfte Vor Beginn der Sprengarbeiten gibt es eine Beweissicherung an Häusern und Gehöften, die dem Abbau am nächsten liegen. Die Eigentümer müssen dafür nichts zahlen. Zudem werden Erschütterungsmessungen an den jeweils zum Sprengortnächstgelegenen Wohngebäuden ohne Kosten für die Eigentümer gemacht. Letztlich wurde'ein abbaubegleitendes Monitoring zwischen BI Nettetal und RPBL vereinbart - der Tagebaus wird begleitend beobachtet und überwacht. hi

Rheinzeitung vom Montag 14.10.2013 Seite 12 Ausgabe Mayen

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Ochtendung: Sprengungen waren
weder zu hören noch zu spüren

von unserem Mitarbeiter Heinz Israel


Aktion RPBL baut Anlageflächen aus - Verkehr geregelt


Ochtendung. Der Knall blieb aus. Bei den ersten Sprengungen im Tagebau "Langacker" zwischen Ochtendung und Plaidt waren "grobsinnlich" weder Geräusche noch Erschütterungen wahrzunehmen. Die Bürgerinitiative Nettetal (BI) hatte zuvor die betroffene Bevölkerung in der 'Gemeinde mit einem Infobrief auf die Sprengungen der Rheinische Provinzial-Basalt und Lavawerke (RPBL) hingewiesen. Darin wurde bereits angemerkt, dass es sich noch nicht um die sogenannten Gewinnungssprengungen handele. Es wurden. Flächensprengengen für den Eigenbedarf vorgenommen, um Anlageflächen einzurichten. Die BI ging davon aus, dass die Anwohner bei dieser ersten Aktion nicht beeinträchtigt würden. Zu diesem Entschluss kam sie aufgrund der rechtlichen Vorgaben und der getroffenen Vorkehrungen.


Wie angekündigt wurden zu den genannten Uhrzeiten die Wanderwege um den Tagebau, der Weg zur Heseler Mühle und die L 117 in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Mitarbeiter des Unternehmens hatten eine mobile Signalanlage aufgestellt. Per Funk verständigten sich die Verantwortlichen über den Zeitpunkt der Sperrung.


Dabei stellte sich der Haltepunkt unterhalb des Michelsberges in Fahrtrichtung Plaidt als problematisch dar. Die Fahrzeuge, auch beladene Lastzüge, fuhren auf der abschüssigen Strecke nahe der "Todeskreuzung" mit hoher Geschwindigkeit. Ein plötzlicher Stopp eines Wagen hätte den nachfolgenden Fahrern wegen der Unübersichtlichkeit zum Verhängnis werden können.


Zwei Todesfälle an der Einmündung nach Ochtendung brachten die Verkehrsbehörden bislang nicht dazu, die Situation zu entschärfen oder die Höchstgeschwindigkeit herabzusetzen. Die Einhaltung der 70-km/h-Beschränkung wurde bislang nicht kontrlliert

....Rheinzeitung vom 10.06.2013 Seite 23 Ausgabe Mayen....

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Basaltabbau kann beginnen


Einigung zwischen Firma und Naturschützern

von unserem Mitarbeiter Heinz Israel

 

Ochtendung. Dem Basaltabbau im Distrikt Langacker steht nichts mehr im Weg. Die Rheinische Provinzial Basalt- und Lavawerke (RPBL) hat mit der Vorbereitung des Tagebaus in dem Areal nördlich von Ochtendung begonnen. Die Tagebaufläche umfasst etwa 50 Hektar mit einem Gewinnungsvolumen von geschätzten 4,5 Millionen Kubikmeter Basaltlava. Das Material kann in einer Laufzeit von rund 30 Jahren gefördert werden. Die bergrechtlichen Genehmigungen dazu wurden erteilt, der genehmigte Hauptbetriebsplan liegt seit Ende November vor.


Inzwischen hat ein Tiefbauuntemehmen die erforderlichen Erdarbeiten für die geplante Abbiegespur ausgeführt. Die Abbiegespur von der L117 zwischen Ochtendung und Plaidt und der Zufahrt zu der Grube und Produktionsanlage wird im Februar im Bereich zwischen dem Heiligenhäuschen und der gegenüberliegenden Zufahrt zur Zentraldeponie Eiterköpfe fertiggestellt. Die Pläne dazu sind mit dem Landesbetrieb Mobilität abgestimmt. Die bisherige Zufahrt zum Erschließungsgelände über den Wirtschaftsweg in Richtung Heseler Mühle liegt außerhalb des Abbaugebietes und bleibt von dem Abbauvorhaben unberührt.
Etwas nördlicher, wo die künftigen Produktionsanlagen entstehen, hat die RPBL bereits mit schwerem Gerät die Basis für die Aufbereitungsanlage herstellen lassen. Das Gelände wurde dafür abgesenkt, und mit dem Abraum hat man einen Schutzwall vorbereitet, der später begrünt werden soll. Auf diese Weise wird das Areal eingefasst und von der nahen L117 nur noch teilweise wahrzunehmen sein, wie Geschäftsführer Thomas Blau im RZ-Gespräch erklärt.


Die Brech- und Klassieranlage soll für Mitte des Jahres errichtet werden. Außerdem können dort ein Werkstattgebäude mit Büro- und Sozialräumen sowie eine Betriebstankstelle mit Waschplatz und Überdachung errichtet werden. Der Produktionsbeginn ist für Anfang 2014 geplant.

Zur Historie:
Das von der RPBL angestrebte Abbauprojekt wird seit Bekanntwerden der Pläne im Jahre 2002 von der Bürgerinitiative Nettetal (BI) kritisch begleitet. Die BI setzt sich für den nachhaltigen Schutz und die Erhaltung von Natur und Umwelt im Bereich des Naturschutzgebietes Nettetal und seines Umfeldes ein. Seinerzeit hatte die BI fast 1700 Unterschriften gesammelt. Diese wurden zusammen mit zahlreichen Widersprüchen gegen den geplanten Abbau an die Gemeinde- und Verbandsgemeindeverwaltung übergeben. Der gerichtlich ausgetragene Streit um den Basaltabbau wurde letztlich durch einen Kompromiss aus der Welt geschafft. Im Wege eines Vergleiches haben RPBL und BUND/BI das beim Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz anhängige Klageverfahren im Juli 2010 beendet. Die Vereinbarung (veröffentlicht unter www.bi-nettetal.de) sieht vor, dass der geplante Tagebau zum Naturschutzgebiet Nettetal eine flexible Pufferzone einhalten muss.

Der Vergleich umfasst


1. Eine Abstandsregelung zum Naturschutzgebiet Nettetal durch Einigung auf eine flexible Pufferzone zwischen 13 Meter (einschließlich Wall) bis fast 50 Meter in besonders schützenswerten Bereichen, dazu gehören ein alter Steinbruch in Richtung Süden, der Bereich der Wiesen oberhalb der Heselermühle und südlich des Anwesens Popp/Heuser

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2. Sukzessive mit dem Abbauverlauf, auf Antrag der Hauseigentümer, eine Bestandsaufnahme der Gebäude der Anwohner der Ochtendunger Straße Im Bergfrieden", der Heselermühle, des Keltershäuser Hofes und "Auf den Heselen" sowie der Burgruine Wernerseck.


3. Eine. Überwachung der Sprengtätigkeit durch regelmäßige Erschütterungsmessungen an den jeweils zum Sprengort nächstgelegenen Wohngebäuden und schließlich eine regelmäßige den Abbau begleitende Überwachung und Information.


So werden schon am Aschermittwoch, 13. Februar, die Geschäftsführung der, RPBL mit Ortsbürgermeisterin Rita Hirsch und der Vorsitzenden der BI, Anette Lehnigk-Emden, zusammentreffen, um sich über den Verlauf der Arbeiten zu informieren


......Rheinzeitung vom 02.02.2013 Seite 12 Ausgabe Mayen....